Der Stadtklub macht Freude

Freitag, 31 Januar 2020

René Weber - Südostschweiz


Der Stadtklub macht Freude

Auf der Erfolgsstrasse: Mit der vorzeitigen Qualifikation für die Play-offs in der MSL, der dritthöchsten Spielklasse des Landes, hat der EHC Chur sein Saisonziel erreicht. Für Mannschaft und Verein ist das eine grosse Sache.

 

Träumen ist erlaubt

Der EHC Chur hat die Play-offs erreicht. Es ist die erfolgreichste Saison

seit vielen Jahren – nicht nur auf dem Eis.



Ein Kommentar von René Weber


Der EHC Chur hat sich vor einem Jahr den Ligaerhalt im letzten Spiel überhaupt sichern können. Die Zukunftsaussichten waren düster. Es folgte, wenig überraschend, der Umbruch. Mehrere erfahrene, überbezahlte Spieler verliessen den Klub und wurden primär


durch junge, hungrige Akteure ersetzt. Der Stadtklub ging damit ein


Wagnis ein – nicht freiwillig, weil die finanziellen Mittel fehlten. Erschwerend kam hinzu, dass Cheftrainer Konstantin Kuraschew im Sommer plötzlich keine Lust mehr auf den EHC Chur hatte und sich über


Nacht in Richtung St. Petersburg verabschiedete. Das Geld in der russischen Heimat mag seinen Entscheid beschleunigt haben. Wenig hatte Kuraschew den EHC Chur aber auch nicht gekostet. Immerhin war er der bestbezahlte Übungsleiter in der MSL, der dritthöchsten spielklasse des Landes. Rückblickend ist Kuraschews Abgang


zum Glücksfall für den EHC Chur geworden. Unter Tomas Tamfal, der Ende Juli als Nachfolger engagiert wurde, hat sich im und rund um das Thomas-Domenig-Stadion etwas Spezielles entwickelt. Man nennt das Solidarität und Gemeinschaftssinn.


Statt sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen, zogen alle am gleichen Strick. Die Mannschaft kämpfte um jeden Puck, gewann mehr, als sie verlor. Die Vereinsleitung arbeitete im Hintergrund ruhig und zukunftsorientiert. Der angedachte Wechsel des Präsidenten von Urs Knuchel zu Christian Aliesch ist weit fortgeschritten. Und auch die Zuschauer kamen zuletzt wieder regelmässiger zu den MSL-Spielen, weil das Fanionteam begeistert und Freude bereitet.

Zusammengefasst: Der EHC Chur steht mitten in der erfolgreichsten Saison seit vielen Jahren. Am Ende geht es im Eishockey um Resultate. Sie sind das, was zählt, woran ein Verein gemessen wird. Am Mittwoch hat der EHC Chur mit dem 3:2-Sieg nach Penaltys in Dübendorf die Play-off-Qualifikation geschafft und sich gleichzeitig das Heimrecht für die am Dienstag beginnende finale Meisterschaftsphase gesichert. Chapeau. Gratulation EHC Chur.

Noch ist die Saison aber nicht zu Ende. Wer das MSL-Team zuletzt spielen gesehen hat, darf von ein wenig mehr träumen. Alles, was nun folgt, ist primär aber Zugabe und das Sahnehäubchen obendrauf.



 

 

 

 

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